NIWA Gartenanlagen NIWA

In den Anfängen der japanischen Gartenkunst waren es Adlige, die auf Reisen die Landschaften ihres Landes kennenlernten und diese dann auf ihren Stadtgrundstücken nachzubilden versuchten. Japanische Gärten sind häufig Naturnachahmungen; gewissermaßen stellen sie idealisierte Landschaften dar. Dabei erscheint die Natur dem Betrachter des Gartens in ihrer interpretierten Nachbildung wie verdichtet als ein miniaturisierter Kosmos.

Im Laufe der Geschichte haben sich Gartentypen mit unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt: der Wassergarten, der Trockenlandschaftsgarten (kare,sansui), der Teegarten (roji), der Meditationsgarten und der Kleinstgarten (tsubo-niwa). Alle Elemente in einem japanischen Garten sind in einem harmonischen Zusammenspiel angeordnet, sie werden eins. Neben den Steinsetzungen aus Findlingen und Bruchsteinen, Geländemodellierungen und Trittwegführungen sind die geformten Pflanzen, aber auch Steinlaternen, Wasserbecken und Bambuszäune wichtige Bestandteile japanischer Gärten. Besondere Bedeutung haben auch immaterielle Belange wie Licht und Schatten, Wassergeräusche und Windeffekte für die gelungene Gestaltung eines Gartens im japanischen Stil.

Da das japanische Naturverständnis eher ein Ganzheitliches ist und nicht die strikte abendländische Trennung von Natur und Mensch kennt, ist auch die Formgebung im japanischen Garten darauf angelegt, den Betrachter zum Bestandteil des Ganzen werden zu lassen. Wie sehr hierbei die von Menschenhand geschaffene Form in das Natürliche integriert ist, läßt sich ermessen am symbiotischen Verhältnis zwischen der japanischen Architektur und der Gartenbaukunst.

Japanische Gärten sind Orte der Kontemplation, der stillen Versenkung. Die Faszination japanischer Gärten, die sich jedoch nicht nur und ausschließlich demjenigen eröffnet, der sich tiefgreifend mit japanischer Religion, Philosophie und Ästhetik auseinandergesetzt hat, liegt in der besonderen Ruhe und Harmonie, die diese ausstrahlen.